29.06.2008

Österreich – Expect Emotions
«Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome», so beginnt die Hymne Österreichs. Zurecht: Etwa 60 Prozent des Staatsgebietes sind gebirgig, das Land wird häufig auch Alpenrepublik genannt. Das «Land der Strome und Dome» erschliesst sich einem spätestens dann, wenn man die vier Host Citys genauer anschaut. Auch wenn es sich um einen kleinen Staat handelt: Die Vielfalt an Eindrücken ist gross.
Politik
Österreich ist eine föderative Republik auf demokratisch-parlamentarischer Basis. Der Staat besteht aus neun selbständigen Bundesländern mit eigenen Landesregierungen. Die Bundesgesetzgebung wird vom Nationalrat gemeinsam mit dem Bundesrat (den beiden Kammern des Parlamentes) ausgeübt. Österreich ist ausserdem Mitglied der Europäischen Union (seit 1995), der UNO (seit 1955) sowie der meisten UN-Organisationen. Bundeshauptstadt ist Wien. Aktueller Bundespräsident ist der Sozialdemokrat Heinz Fischer, momentaner Regierungschef ist sein Parteikollege Alfred Gusenbauer.
Einwohner und Sprache
Von den rund 8 Millionen Einwohnern Österreichs sind rund 98 Prozent deutschsprachig. Deutschsprachig ist allerdings nicht gleich deutschsprachig. Um sich mit Österreichern dennoch über die EURO 2008 unterhalten zu können, ist dieses Externer Link Fussball-ABC sicherlich hilfreich.
Im Süden und Osten des Bundesgebiets leben Angehörige der sechs in Österreich anerkannten Volksgruppen (Burgenländische Kroaten, Roma, Slowaken, Slowenen, Tschechen und Ungarn). Rund 74 Prozent der Österreicher sind römisch-katholisch, 5 Prozent protestantisch, der Rest sind Angehörige anderer Konfessionen.
Wirtschaft
Österreich ist wirtschaftlich hoch entwickelt und verfügt über einen bedeutenden Dienstleistungssektor, der rund zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 232 Milliarden Euro beiträgt. Der Industrie-Anteil am BIP liegt bei etwa einem Drittel, die Landwirtschaft trägt mit 2 Prozent zum BIP bei. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von über 27’000 Euro gehört Österreich zu den wohlhabendsten EU-Staaten.
Kultur und Gesellschaft
Die österreichische Kultur hat viele international bekannte Leistungen hervorgebracht. So entstanden etwa in allen Stilepochen bedeutende Bauwerke, von denen viele heute zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Im 18. und 19. Jahrhundert war Österreich mit der Wiener Klassik eines der Zentren des europäischen Musiklebens, was sich in einer Vielzahl mit dem Land verbundenen Musiker- und Komponistennamen äussert: Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven, Joseph Haydn sind nur drei unter vielen bekannten Namen. Die heute noch bestehende grosse Anzahl von Opernhäusern, Theatern und Orchestern, das Neujahrskonzert, zahlreiche Festspiele und eine vitale Kabarettszene zeugen von dieser langen musikalischen Tradition.
Kulinarische Höhenflüge
Österreich ist ein Dorado für Schleckmäuler. Bekannt sind – nebst Linzer und Sachertorte – vor allem die Mehlspeisen, so beispielsweise die Salzburger Nockerl (leichtes Gebäck aus Eisschneemasse), Kaiserschmarrn (gezupfter Omelettenteig mit Rosinen) oder mit Zwetschgenmus gefüllte Germknödel in Vanille oder Buttersauce mit Mohn. Doch das ist längst nicht alles, was das Land an kulinarischen Köstlichkeiten zu bieten hat: Das echte Wiener Schnitzel (Kalbfleisch muss es sein!) kann man nicht nur in der Hauptstadt geniessen und an Vorarlberger Käsespätzle erfreuen sich jene, die sich eine deftige, bäuerliche Küche wünschen.
Und was wäre der Österreicher – der Wiener im Speziellen – ohne Kaffee? Wien war zwar nicht die erste Stadt, in der man das Gebräu aus dem Orient zu trinken bekam, doch in der Hauptstadt wurde die Kunst der Kaffeezubereitung kultiviert. Fast 15'000 Kaffeehäuser stehen in Österreich heute zur Auswahl. Doch Achtung: In Österreich kann man unter rund 30 Kaffeevariationen auswählen. Vom «Mokka» über den «grossen oder kleinen Braunen» bis hin zum «Einspänner» – die Liste ist lang und macht den Kaffeehausbesuch zum Erlebnis.
Fussball und Sport
Der österreichische Fussball hat sich in den letzten Jahren markant verändert. Die beiden Wiener Traditionsvereine Rapid und Austria sind weniger dominant, dafür sind die Salzburger «Bullen» mit Sponsor Dietrich Mateschitz sind der neue Ligakrösus. Sie tun sich in dieser Saison allerdings insbesondere auswärts sehr schwer.
Weniger gut sieht es in den anderen zwei Host Citys aus. Wacker Innsbruck und Austria Kärnten (aus Klagenfurt) sind keine Spitzenvereine. Kärnten sorgte im vergangenen Sommer für einen Theatercoup, als es unter Federführung Jörg Haider die Bundesliga-Lizenz des SV Pasching übernahm. Wichtigere Rollen als Innsbruck und Klagenfurt spielen die Klubs aus den Örtchen Mattersburg (7125 Einwohner), Ried im Innkreis (11'581 Einwohner) und Altach (6512 Einwohner).
An sich ist Österreich ja auch keine Fussball-, sondern eine Ski-Nation. In den verschiedenen Disziplinen sind Benjamin Raich, Nicole Hosp (alpin), Gregor Schlierenzauer oder Thomas Morgenstern (Skispringen) derzeit eine Klasse besser als die Schweiz. Die Abfahrt am Hahnenkamm ist nicht so lang wie jene am Lauberhorn. Aber das Volksfest von Kitzbühel wird Wengen wohl nie übertreffen. Immerhin: Eine Segel-Nation ist Österreich nicht... (sidd/tri)












