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Der Prozess gegen die drei Schläger von München bewegt die Öffentlichkeit. Gewaltexzesse von Jugendlichen machen ratlos und lassen den Ruf nach strenger Erziehung und harten Strafen laut werden. Wer sind die Täter? Warum schlagen sie immer brutaler zu? Müssen sie härter bestraft werden? Wie kann sich die Gesellschaft vor ihnen schützen?
Unter der Leitung von Christine Maier diskutieren:
Filippo Leutenegger, Nationalrat FDP/ZH, seine Söhne wurden Opfer von Gewalt
Marcel Riesen-Kupper, Leitender Jugendstaatsanwalt Kanton Zürich
David Regez, Polizist und Landwirt
Marinko Jurendic, Leiter Institut für Bildung «Speranza»
Cornelia Bessler, Psychiaterin, Leiterin Fachstelle Kinder- und Jugendforensik Zürich
Darko Kostic, Informatiker, Opfer jugendlicher Aggression
Dienstag, 16. März 2010, 22.20 Uhr, SF 1
Mittwoch, 17. März 2010, 01.30 Uhr, SF 1
Mittwoch, 17. März 2010,11.00 Uhr, SF info
Donnerstag, 18. März 2010, 04.20 Uhr, SF 1
Samstag, 20. März 2010, 14.10 Uhr, SF 1
Filippo Leutenegger
Warum es wichtig ist, die Täter in flagranti zu schnappen
„Viele Schläger werden nicht erwischt bei ihren Taten. Sie haben Erfolg mit ihrem Unrecht. Deshalb sollten wir in den heissen Zonen Videokameras aufstellen. Die Gewalttat von Kreuzlingen wurde als Video ins Netz gesetzt. Es zeigte die Brutalität der Täter und half, diese ausfindig zu machen.“
Cornelia Bessler
Warum hartes Durchgreifen auch das Gegenteil bewirken kann
„Der Wunsch nach harten Strafen ist verständlich, bewirkt bei vielen Jugendlichen jedoch, dass sie sich abschotten und sich zu Subgruppen zusammenschliessen. Mit unserem System können wir einen Grossteil von der Gewalt abbringen. Nur ein Drittel von ihnen wird später rückfällig.“
Marinko Jurendic
Über die Motive der Schläger
"Mich macht nachdenklich, dass mir Gewalttäter gesagt haben, es ginge ihnen nach einer Schlägerei besser. Das wichtigste Motiv für die Gewalt sei für sie der Adrenalin-Kick. Mit ihren Taten würden sie später bei Kollegen prahlen.“
Marcel Riesen-Kupper
Warum unser Jugendstrafrecht eines der besten ist
„Für ein schwer verletztes oder totes Opfer kann es nie Gerechtigkeit geben, allenfalls eine angemessene Sühne. Dafür ist das Massnahmerecht der Schweiz geeigneter als das Wegsperren mit harten Strafen. Die Jugendlichen müssen sich bei uns dauernd mit ihren Taten und dem Leid der Opfer auseinandersetzen. Das ist für sie viel anstrengender als das blosse Absitzen einer Strafe.“
Darko Kostic
Zum zögerlichen Einschreiten der Polizei
„Ich wurde in einer Bar von einer Gruppe Jugendlicher verbal und körperlich massiv bedroht und musste die Polizei rufen. Diese wollte jedoch nicht handeln, weil ich nicht gross verletzt war. Mein Eindruck ist, dass sie untätig bleibt, wenn es bei Übergriffen nicht zu ganz schweren Körperverletzungen kommt. Das ist eindeutig zu wenig.“
David Regez
Über die Defizite in der Erziehung
„Die Eltern bestimmen massgeblich, wie ihre Kinder später einmal heraus kommen. In der Erziehung läuft jedoch Einiges schief. Da muss ein Umdenken statt finden. Wenn Kinder von 3-7 Jahren nicht lernen, am Tisch still zu sitzen, geht das in der Schule so weiter. So müssen heute 20% der Schüler mit Ritalin ruhig gestellt werden, weil sie das im Elternhaus nicht gelernt haben.“

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