
Das Schlafzimmer der Deutschschweiz ist neu vermessen worden. Eine aktuelle Sexstudie, an der rund 6500 Schweizerinnen und Schweizer teilnahmen, legt Erstaunliches übers Liebesleben offen. Singles sind sexuell unterversorgt. Lustlosigkeit ist bei Paaren weit verbreitet, obwohl die meisten angeben, ihren Partner fest zu lieben. Kaum jemand klagt, zu viel Sex zu haben. Dabei strotzen die Zeiten förmlich vor Lust. Ein (in-)diskreter Augenschein in Deutschschweizer Schlafzimmern.
Wiederholungen:
03. April um ca. 04.15 Uhr auf SF1
10. April um ca. 04.15 Uhr auf SF1
21. August um ca. 05.35 Uhr auf SF1
Alles nur halb so wild. Und trotzdem gut. Sexuelle Reize sind allgegenwärtig, doch Herr und Frau Schweizer lassen sich deswegen nicht sonderlich erhitzen. Die neuste von einer jungen Psychologin vorgelegte Studie über das Sexualverhalten in der Deutschschweiz offenbart: In der Schweiz ist man mehr oder weniger glücklich mit dem Sex, den man kriegt. Auch wenn er manchmal so selten ist wie Weihnacht.
Die Studie, deren Resultate im April veröffentlicht werden, fragt nach dem sexuellen Glück, den Aktivitäten und dem Beziehungsverhalten von Paaren und Singles. Danach fühlen sich zwei Drittel der Schweizer und drei Viertel der Schweizerinnen wohl in ihrer Partnerschaft. Angeblich auch dann, wenn’s kriselt: Jeder dritte Mann und jede zweite Frau gestehen gelegentliche Unlust ein. Frauen erwähnen mangelnde Erregung und das Ausbleiben des Orgasmus. Erstaunlich ist, dass 95% aller sexuellen Aktivitäten in festen Beziehungen stattfindet. Der Rest gehört den Singles, die oft viel Aufwand für kargen Ertrag betreiben müssen.
Die Studie zeigt, dass die Realität anders aussieht als einem die Medien vorgaukeln. Man darf entwarnen: So viel tollen Sex gibt es nicht, wie uns tagtäglich um die Augen geschlagen wird. Gleichwohl bleibt die sexualisierte Umwelt nicht ohne Folgen: Viele, vor allem Jugendliche, stehen unter Druck, sich sexuell zu betätigen. Das erste Mal passiert immer früher, bei gut der Hälfte vor dem 16. Geburtstag. Selbstbefriedigung, auch unter Paaren, ist häufig, zunehmend vor dem Computer.
DOK-Autor Pino Aschwanden hat die Studie zum Anlass genommen, Schweizer und Schweizerinnen von 14 bis 69 Jahren über ihr Intimleben erzählen zu lassen. Im Film berichten Jugendliche „fadegrad“, was sexuell läuft. Singles reden über Lust und Frust beim Liebesspiel, Paare über Sturm und Stille im Schlafzimmer.
Klar geworden ist: sexuelle Biographien sind individuell. Begehren lässt sich schwer verallgemeinern. Kommt dazu, dass beim Sex gern gelogen wird. Vielleicht nirgends so schön wie bei diesem Thema.
Externer Link Sexstudie Universität Bern
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Der DOK-Autor wurde 1946 in Altdorf geboren. Lic. phil. (Anglistik, europäische Volksliteratur, Deutsch). Seit 1977 mit Werbe-Unterbrüchen (u.a. acht Jahre freiberuflicher Texter&Konzepter) bei SF DRS als Redaktor, Autor und Produzent verschiedenster Sendungen, u.a.: „Music Scene“, „Plattform“, „Szenenwechsel“, „SonntagsMagazin“, „Traumziel“, „Kidz“, „Kehrseite“, „Quer“, „Überland“, „Mittagsmagazin“, „einfachluxuriös“, „SF Spezial Sommerreisen“, „SF Spezial Langzeitreportagen“, "Reporter".
DOK-Filme der jüngsten Zeit: "Die Deutschen kommen" (2007), "Wo Gott hockt" (2005), "Einfach berühmt werden (2005), „Im Sog der Schulden – Unterwegs mit dem Betreibungsbeamten“ (2004) - „Gefeiert und gefeuert – Böse Geschichten aus der Chefetage“ (2003) - „Im Bett mit 5 Frauen – Geschichten aus dem wahren Liebesleben“ (2002) - „Wenn Mütter anschaffen – Drei Schweizerinnen erzählen, wie es ist“ (2001).

Fünfteilige DOK-Serie ab Freitag, 8. Januar 2010, jeweils um 21.00h auf SF1
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