
In Kolumbiens Regenwäldern spielt sich eine Tragödie ab. Für den Anbau von Palmölplantagen werden in der Provinz Chocó Zehntausende Kleinbauern vertrieben und massakriert. Christliche Missionare versuchen die Bedrohten zu schützen, jedoch mit mässigem Erfolg. Unter den Missionaren ist auch der Schweizer Pater Josef Schönenberger. Der Filmemacher Frank Garbely ist mit ihm in den Regenwald gereist und zeigt die Hintergründe dieser Vertreibungstaktik auf.
Wiederholungen:
16. Juni 2009 um ca. 04.40 Uhr auf SF1
22. Juni 2009 um ca. 11.00 Uhr auf SF1
Pater Josef Schönenberger stammt aus dem Toggenburg. Kolumbien ist längst seine zweite Heimat geworden. Zwanzig Jahre lang war er im Süden des Landes tätig, seit 2006 steht er in der Provinz Chocó im Einsatz. Die meiste Zeit verbringt der Padre im Regenwald. Dort lebt er als lebendiges Schutzschild in Dörfern, die von Paramilitärs oder der Guerilla bedroht werden. Das einzige, was Paramilitärs und Guerillas abschrecken kann sind neutrale Zeugen und internationale Publizität. Aber dieser Schutz wirkt nicht immer. Beobachter wie Pater Schönenberger leben gefährlich. In den letzten Jahren wurden im Chocó fünf Missionare ermordet.
In der Provinz Chocó wird der Anbau der Ölpalme besonders radikal und rücksichtslos vorangetrieben. Seit zehn Jahren ist hier ein eigentlicher Plünderungskrieg im Gange. Paramilitärs, unterstützt von der Armee, vertreiben gewaltsam die Bevölkerung, zerstören ihre Dörfer und eignen sich ihr Land an, das sie an Palmölproduzenten weiterverkaufen. Dabei gehen sie mit unbeschreiblicher Grausamkeit vor: Lynchmorde, Massaker, Folter, Entführungen … Auf den Terror folgen die Bulldozer.
Wo früher Urwald stand, breiten sich heute Ölpalmplantagen aus, die zunehmend von internationalen Unternehmen und Finanzgesellschaften aufgekauft werden. Das Palmöl wird nach Europa und in die USA ausgeführt, dort weiterverarbeitet zu Agrosprit, aber auch zu Produkten der Nahrungsmittelindustrie oder zur Herstellung von Seifen, Kosmetika und Farbstoffen.
Die Provinz Chocó - mit 46'530 km2 etwas grösser als die Schweiz - liegt an der Pazifikküste im Nordwesten Kolumbiens und zählt knapp eine halbe Million Einwohner. 85 Prozent sind Schwarze. Der Chocó ist extrem reich an Bodenschätzen und verfügt über eine einmalige Biodiversität: 80 Prozent der Landesfläche sind Regenwald – der zweitgrösste Südamerikas, der punkto Artenvielfalt sogar den des brasilianischen Amazonas übertrifft.
Was sich heute in Kolumbiens Provinz Chocó abspielt, dürfte sich bereits in absehbarer Zukunft andernorts wiederholen: in der Karibik und im Amazonasgebiet, in Nigeria und Kamerun, in Südostasien. Denn je knapper Erdöl wird, um so mehr und radikaler wird die Produktion von Agroenergie vorangetrieben werden.
Gefährliche Dreharbeiten im Kolumbianischen Regenwald. Kamermann Adrian Zschokke, hinter ihm Filmautor Frank Garbely und der Schweizer Pater Josef Schönenberger mit der Bootsmannschaft auf ihrer abenteuerlichen Fahrt zu den vertriebenen Kleinbauern.
Frank Garbely sagt: "Die Dörfer der Vertriebenen sind nur mit dem Boot erreichbar. Die Reise in den Regenwald dauerte etwas mehr als eine Woche. Eine aufwändige Expedition: Wir mussten alles aus Quibdó mitnehmen: Esswaren, auch Trinkwasser und natürlich ein Aggregat um unsere Batterien aufzuladen…"
Frank Garbely lebt als freier Fernsehjournalist und Filmemacher in Genf. Er war Redaktor bei der "Rundschau“ und Mitarbeiter des Politmagazins „Mise au point“ (Télévision Suisse Romande). Er drehte zahlreiche Dokumentarfilme, u.a.: V-Mann Tato (SF 1997). Evitas Geheimnis (Triluna, SF, ARTE 1998). Gondo: Stationen einer Rückkehr (SF 2001). Ritz (TSR, ARTE 2007). Silence de mort - l’affaire Barschel (Triluna / TSR 2007).
Recherche des Filmautors zum Thema Bio-Energie
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen setzen sich mit dem Thema auseinander, u.a. Externer Link 'Rettet den Regenwald' - Der Filmautor empfiehlt besonders die Webseite der Externer Link 'Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien'.

Fünfteilige DOK-Serie ab Freitag, 8. Januar 2010, jeweils um 21.00h auf SF1
Was ist eigentlich aus den Menschen geworden, die wir für DOK schon früher einmal portraitiert haben? mehr...

Am 28., 29. und 30. Dezember des vergangenen Jahres führte Mona Vetsch durch die DOK-Serie «St. Moritz – Ein Wintermärchen». mehr...
DOK-Autoren ausgezeichnet mehr...
Otto C. Honegger
Helen Stehli Pfister
Elvira Stadelmann
Hanspeter Bäni
Dokfilmer-Team Bieri/Leuthold
Pino Aschwanden
Hansjürg Zumstein
Michael Bühler
Frank Senn

Naher Osten
Wale - Giganten der Meere
Tsunami
Erdöl
Extremsport
Werkplatz Schweiz in der Krise
Berühmte Auswanderer


Seitenende
Startseite
zur Unterrubrikenauswahl
zum Inhalt
Kontakt
Sitemap
Suche
Weitere Inhalte
Hauptrubriken Auswahl
Sendungen A-Z