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Das Ende des Eisernen Vorhangs 1989 hat das Gesicht Europas komplett verändert. Die ehemaligen Staaten des Ostblocks wurden zu jungen Demokratien, neue Staaten bildeten sich, souverän und unabhängig. Es war das Ende der Zweiteilung der Welt, die Krise der Ideologien wurde eingeläutet. Vieles wurde seither geschrieben – wir stellen eine subjektive Auswahl von Neuerscheinungen vor. Romane, Sachbücher, Fotobände – die Dokumente der friedlichen Revolution von 1989.
25 Schriftsteller/-innen erzählen vom 9. November 1989 – von Volker Braun bis Robert Menasse, von Uwe Tellkamp bis Kerstin Hensel und Katja Lange-Müller. Sie beschreiben den Tag, als nach 28 Jahren die Mauer fiel. Darunter sind Überlegungen zu „den neuen Leiden des fremden Freunds“ (Robert Menasse) oder Beobachtungen wie „Ah! Hier hat es auch geschneit“ (Emine Sevgi Özdamar). Jürgen Becker beschreibt seine „Reise nach Leipzig“, Durs Grünbein seinen „Weg nach Bornholm“. Alle Texte wurden für dieses Buch geschrieben, sie lassen eine Nacht Revue passieren, in der sich die Welt veränderte.
Externer Link Suhrkamp
Eine grelle Satire: „Meine Familie stammt aus der Tschechoslowakei. Dafür kann ich nichts.“ Die slowakische Hauptstadt Bratislava heisst Gratislava, die Hauptfigur ist ein Callboy, der die Spielregeln des Kapitalismus sehr schnell begriffen hat. Angesagt ist die totale Vermarktung von allem und jedem, vor allem von sich selbst. Michal begattet reiche Managergattinnen aus dem Westen, verdient an einem Nachmittag im Hotel mehr als seine Kommilitonen in einem ganzen Monat. Ein Roman über das neue gierige Europa vor der Finanzkrise.
Externer Link Tropen Verlag
Geschah der Mauerfall vor 20 Jahren aus heiterem Himmel? Was führte zum Endspiel am 9. November? Ilko-Sascha Kowalczyk zeigt, warum 1989 die Zeit reif war für die Wende. Wie aus wirtschaftlicher Misere, Massenflucht, neuen Bürgerbewegungen und Massendemonstrationen schließlich eine Situation entstand, aus der die ersten freien Wahlen in der DDR am 18. März 1990 hervorgingen. Sie waren auch die letzten. Ein Panorama des Untergangs, die Geschichte einer gewaltlosen Revolution.
Externer Link C.H.Beck
Prag 1989. Im elitären Wilhelm Pieck Gymnasium bereiten sich 25 Schüler/-innen auf ihre Matura vor. Was danach folgen sollte, war im tschechischen Sozialismus vorprogrammiert. Doch dann bricht alles zusammen. Barbara Tóth hat 15 Jahre danach die Absolventen aufgesucht und beschreibt in 25 aufregenden Portraits ihre Lebensläufe. Da ist zum Beispiel Hanka, die damals Biologin werden wollte und heute als Sängerin arbeitet. „Nach 1989 gab es mit einem Mal kein ‘Muss‘ mehr. Ich spürte die Sicherheit nicht mehr. Ich war verloren,“ beschreibt sie ihre Situation von damals. Oder Marek, der als Berufsziel 1989 „Kosmonaut“ angab und jetzt als Biophysiker in Los Angeles lebt. Er sagt: „Ich wäre eine andere Person, wenn ich zehn Jahre später geboren worden wäre.“
Externer Link Czernin Verlag
Er war einer der Hauptdarsteller der Wende in der DDR – Günter Schabowski, als Sprecher des Politbüros verkündete er die Öffnung der Grenzen. Und – wie kein anderer aus der SED-Führungsriege rechnete er mit einem klaren Bekenntnis zur eigenen Schuld mit dem Desaster des real existierenden Sozialismus ab. Im Gespräch mit dem Bestsellerautor Frank Sieren analysiert er die „Konstruktionsfehler des sowjetischen Sozialismus“, berichtet über den innersten Machtzirkel der SED, reflektiert seine eigenen Fehler, seine eigene persönliche Schuld.
Externer Link Econ
Wer waren die Hauptdarsteller der Revolutionen im Ostblock? Michail Gorbatschow? Ronald Reagan? Der Papst? Mag sein. Aber die Wende im Osten kannte viele Akteure, viele sind unbekannt. Erhard Stackl hat als Korrespondent für das Österreichische Nachrichtenmagazin „Profil“ die Oststaaten oft bereist. Er hat viele der Aktivisten von 1989 interviewt, Bürgerrechtler und Rebellen, die in Danzig, in Prag, in Budapest, in Santiago, in Bielsko-Bia³a und Warschau die Diktaturen zum Einsturz brachten. „Wenn der Wind der Geschichte weht, wachsen den Menschen Flügel ...“ (K. I. Galczynski)
Externer Link Czernin Verlag
Fotografien zur politischen und kulturellen Opposition in Osteuropa von 1956 bis 1989. Bilder, die den Widerstand dokumentieren: vom umgestürzten Stalin-Denkmal in Budapest 1956 über Privatfotos aus dem Wochenendhaus des Schriftstellers Pavel Kohout, dem Treffpunkt der literarischen Szene Prags, bis zur 600 km langen Menschenkette, die sich am 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes von Vilnius in Litauen bis nach Tallinn in Estland spannte. Eine Geschichte der Andersdenkenden im Ostblock in Bildern.
Externer Link Ch.Links Verlag
Sie wurde nur 40 Jahre alt - die DDR, der sozialistische Traum auf deutschem Boden. Schnell wurde wiedervereinigt, schnell wurde vergessen, was da sonst noch war, an Ideen, an Utopien, damals zur Zeit der Wende. Der Politikwissenschaftler Dieter Segert erinnert in diesem Buch an den Mythos des „41. Jahres“ der DDR – einer DDR, die ganz anders werden sollte: demokratisch, selbstbestimmt, reformiert und sozialistisch. Er erzählt diese fast vergessene Geschichte aus der Sicht der Beteiligten, die sich für eine andere DDR engagierten. Das 41. Jahre endete schon am 3. Oktober 1990, dem Tag der Wiedervereinigung.
Externer Link Böhlau Verlag
Leben in Stalins Russland – so der Untertitel dieses Buches – bestand vor allem aus Flüstern. Entweder um sich zu schützen oder um zu verraten. Und damit dringt Orlando Figes in den Alltag, in das Privat- und Familienleben von Menschen ein, die unter der Diktatur lebten. Er schildert den ganz normalen Wahnsinn, die Innenwelt von Sowjetbürgern, die bestimmt war von Misstrauen, Angst und dem täglichen Kampf ums Überleben. Nach „Die Tragödie eines Volkes“ und „Nataschas Tanz. Eine Kulturgeschichte Russlands“ das dritte Buch des Historikers Orlando Figes, der am Birkbeck College in London Geschichte lehrt.
Externer Link Berlin Verlag
Der Dauerkrieg in Tschetschenien – eine Folge der Veränderungen im Ostblock. Autonomie, Nationalismus waren angesagt, andererseits wollte Russland in der Nachfolge der UDSSR bestimmte Interessen nicht kampflos aufgeben. Der Autor Arkadi Babtschenko zog als 19jähriger in den Krieg. “Aus dem ersten Tschetschenienkrieg bin ich eigentlich nicht zurückgekehrt, ich bin dort verschollen,” sagt er über sich und berichtet beklemmend über das Grauen, über den Alltag des Krieges. Heute lebt er als Journalist und Autor in Moskau. Der Krieg ist zu seinem Thema geworden.
Externer Link Rowohlt Berlin
Es war das wahnwitzigste und zynischste Bauwerk Europas: die Mauer teilte nicht nur eine Stadt, sie riss Familien auseinander, ein ganzes Land. Aus wohltuend britischer Perspektive erzählt der Historiker Frederick Taylor, Mitglied der Royal Historical Society in London, die Geschichte der Mauer, die nicht nur eine Stadt, sondern eine ganze Welt teilte.
Externer Link Siedler
Leipzig 1989. Nikolaikirche. Jeden Montag – das Friedensgebet. Sie bilden den Auftakt zu den Leipziger Montagsdemonstrationen, von wo aus die friedliche Revolution in der DDR ihren Weg nahm. Am Montag, den 9. Oktober 1989 waren es 70.000 Menschen. Das Regime zitterte. „Wir sind das Volk“ schallte es durch das Stadtzentrum. Christian Führer war damals Pfarrer in der Nikolaikirche. Aus seiner ganz persönlichen Sicht berichtet er in diesem Buch über die aufregenden Tage damals. Sein Motto damals wie heute: „Frieden riskieren. Phantasie entwickeln. Jesus beim Wort nehmen.“
Externer Link Ullstein
Von der DDR zur Bundesrepublik, ein Fotobuch mit Texten von Monika Flacke, Regina Mönch und Cordia Schlegelmilch. Gleich nach der Wende brechen die Fotografen Angelika Kampfer und Ewald Hentze auf, um Menschen zu fotografieren, die in einem Staat lebten, den es bald nicht mehr geben würde. Zwei Jahre später – 1992 – besuchen sie die Fotografierten erneut. In kürzester Zeit hatte sich vieles verändert, auch die Menschen. Dann 2005 – eine dritte Fotoreise. Eine erneute Veränderung – Dokumente eine Wandels.
Externer Link Böhlau Verlag
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