
Sie befinden sich im Pfad:
Johannes Calvin (1509-1564), der neben Luther und Zwingli wichtigste Theologe und Organisator der Reformation, hat heute in der öffentlichen Wahrnehmung einen zweifelhaften Ruf: Ein freudloser Tyrann soll er gewesen sein, der seine Vorstellungen von Sitte und Moral mit brutalen Mitteln durchsetzte. Was ist dran an diesem Bild? Welchen Einfluss hat Calvins Werk auf die Moderne? Anlässlich seines 500. Geburtstages beleuchten drei Sternstunden am 24. Mai 2009 und 31. Mai 2009 Biografie und Wirkungsgeschichte des grossen Reformators.
10.00 Uhr
Der Reformator Johannes Calvin (1509-1564) hat wie kaum ein Zweiter Einfluss genommen auf die Moderne. Genau 500 Jahre liegen zwischen ihm und uns. Für viele scheint er heute fast vergessen, für andere ist er hinter zahlreichen Klischees verborgen: Eines zeichnet ihn als humorlosen Spielverderber, ein anderes macht ihn zum Erfinder eines selbstquälerischen Christentums. Wer war dieser Johannes Calvin? Was trieb, was bewegte ihn, und was führte ihn zu jener Lehre, die man später Calvinismus nennen sollte und die ihre Strahlkraft über die ganze Welt ausübte – und das bis heute?
Der Film zeichnet das bewegte Leben des Reformators nach und kontrastiert die Wirkung seiner Lehre zwischen Mittelalter und Neuzeit. Mit dem Schauspieler Julian Mehne in der Rolle des Calvin passiert der Film Stationen eines rastlosen Weges: Noyon, Orléans, Paris, Genf und Zürich. Wer ist Gott? Wo ist Gott? Und wie wirkt er in die Welt? Johannes Calvin versuchte diese Fragen zu beantworten. In einer Radikalität, die uns verwirren, aber auch faszinieren kann.
Europäische Erstausstrahlung
10.00 Uhr
Anlässlich des 500. Geburtstages von Johannes Calvin kommen an diesem Pfingstsonntag Vertreter der reformierten Kirchen aus der ganzen Welt und unterschiedlicher Sprachen in der Genfer Kathedrale zusammen, in der einst Calvin predigte.
11.00 Uhr
Johannes Calvin hat die reformierte Theologie globalisierungs-und exportfähig gemacht. Diese These vertritt der Theologe Peter Opitz vom Institut für Schweizerische Reformationsgeschichte an der Universität Zürich. Wie ist Calvin dies gelungen? Wie wichtig ist die Lehre von der Prädestination und Erwählung des Menschen heute noch? Ist der Kapitalismus wirklich aus dem Geist des Calvinismus geboren, wie es eine These des Soziologen Max Weber (1864-1920) nahelegt? In der «Sternstunde Philosophie» stellt Peter Opitz den französisch-schweizerischen Reformator Johannes Calvin (1509-1564) im Licht seiner Zeit dar und rückt das Bild des lustfeindlichen, bilderlosen und wortlastigen Protestantismus zurecht.
Martin Ernst Hirzel, Martin Sallmann (Hrsg.): 1509 – Johannes Calvin – 2009. Sein Wirken in Kirche und Gesellschaft. Essays zum 500. Geburtstag. Theologischer Verlag Zürich 2009.
Klaas Huizing: Calvin ... und was vom Reformator übrig bleibt. Edition Chrismon . Hansisches Druck und Verlagshaus, Frankfurt am Main 2008.
Christian Link: Johannes Calvin. Humanist, Reformator, Lehrer der Kirche. Theologischer Verlag Zürich 2009.
Wilhelm H. Neuser: Johann Calvin – Leben und Werk in seiner Frühzeit 1509-1541. Verlag Vandehock & Ruprecht, Göttingen 2009.
Peter Opitz: Leben und Werk Johannes Calvins. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009.
Georg Plasger: Johannes Calvins Theologie – Eine Einführung. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2008.
Volker Reinhardt: Die Tyrannei der Tugend. Calvin und die Reformation in Genf. Verlag C.H.Beck, München 2009.
Herman J. Selderhuis: Johannes Calvin. Mensch zwischen Zuversicht und Zweifel. Eine Biographie. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009.
Christoph Strohm: Johannes Calvin. Leben und Werk des Reformators. Verlag C.H.Beck, München 2009.
Seitenende
Startseite
zur Unterrubrikenauswahl
zum Inhalt
Kontakt
Sitemap
Suche
Weitere Inhalte
Hauptrubriken Auswahl
Sendungen A-Z