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Sozialer Sprengstoff
Die hohe Arbeitslosigkeit bei Schul- und LehrabgängerInnen entwickelt sich in der Schweiz zum sozialen Sprengstoff. Davon betroffen sind sowohl 15- bis 19-Jährige, die nach der Schule eine Lehre suchen, als auch 20- bis 24-Jährige, die nach abgeschlossener Ausbildung in den Arbeitsmarkt wechseln wollen.
Einstieg schwierig
Ausbildungsplätze sind rar und die Selektionsverfahren für eine Stelle angesichts der vielen BewerberInnen immer anspruchsvoller. Schulschwache oder Junge mit mangelhafter Sozialkompetenz haben schlechte Chancen. Der Einstieg in die Arbeitswelt ist für sie schwierig, das Risiko, zum Sozialfall zu werden, gross.
Mehr Lehrstellen gefordert
Arbeitslosenversicherung, Kantone und private Institutionen haben deshalb Beschäftigungsprogramme entwickelt, die es ihnen ermöglichen, gewisse schulische Defizite nachzuholen. An die Wirtschaft wird die Forderung gestellt, mehr und weniger anspruchsvolle Lehrstellen anzubieten.
Jedes Jahr lösen in der Schweiz Schätzungen zu Folge rund 17' 000 Lehrlinge ihren Lehrvertrag auf. Experten orten Disziplinprobleme: Viele Lehrlinge gehen Problemen aus dem Weg, sind nicht kritikfähig. Einige scheitern gar schon bei der Bewerbung.
Die schlechte Wirtschaftslage trifft die Lehrabgänger hart: Viele finden keinen Job. Auch KV-Absolventen erhalten nicht immer gleich eine Festanstellung. Dies zeigt eine Studie des Kaufmännischen Verbandes.
Sie sind jung, motiviert - und arbeitlos. Immer mehr Jugendliche finden in der Schweiz keine Lehrstelle. Ein Benimm- und Bewerbungskurs versucht nun, diese jungen Erwachsenen ihrer Lehrstelle einen Schritt näher zu bringen.
Der Schweizer Arbeitsmarkt darbt weiter. Die Arbeitslosenquote ist im September auf 3,9 Prozent gestiegen. Betroffen sind auch Jugendliche. 10vor10 hat zwei Jugendliche besucht, die noch nie gearbeitet haben.
Die Zahl der Arbeitslosen in der Schweiz ist im August auf über 150'000 gestiegen. So viele Menschen waren letztmals im Februar 2006 ohne Arbeit. Besonders zugenommen hat die Jugendarbeitslosigkeit.
Nicht alle geniessen jetzt die Sommerferien. Viele Jugendliche sind noch immer auf Stellensuche. Sie haben ihren Lehrabschluss erfolgreich hinter sich gebracht und finden trotzdem keine Anstellung. Die Wirtschaftskrise trifft Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren besonders hart. 10vor10 hat zwei von ihnen besucht.
Die Wirtschaftskrise macht sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bemerkbar: Im Juni ist die Arbeitslosenquote um 0,2 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent gestiegen. Für Seco-Chef Serge Gaillard zeigt dies, dass die Krise nicht nur mehr die Banken und die Industrie trifft.
In der Schweiz hat sich insbesondere die Arbeitslosigkeit der 20- bis 24-Jährigen schon auf fünf Prozent verdoppelt. Der Stadtkanton Basel bekämpft die Jugendarbeitslosigkeit konsequent, indem er versucht, zusätzliche Lehrstellen zu schaffen. Trotzdem ist das Konjunkturpaket von Bundesrätin Leuthard auch in Basel sehr willkommen.
Die Jungparteien befürchten, junge Menschen würden in den schlechten wirtschaftlichen Zeiten auf dem Arbeitsmarkt besonders benachteiligt. Ihre Vertreter haben sich deshalb mit Wirtschaftsministerin Doris Leuthard getroffen. Sie freute sich über das Engagement.
Alle Lehrabgänger sollen einen Gutschein von 5000 Franken erhalten, fordern der Schweizerische Gewerkschaftsbund SGB und der Kaufmännische Verband Schweiz (KV). Damit sollen sich die Jungen weiterbilden können, falls sie nach der Lehre nicht sofort eine Arbeit finden. Der Arbeitgeberverband glaubt nicht, dass die Gutscheine die erwartete Wirkung zeigen.
Im März verfügten rund 20'000 Jugendliche über keine Stelle. Bundesrätin Doris Leuthard möchte nun gemeinsam mit den Sozialpartnern etwas unternehmen. In einem gemeinsamen Appell forderten sie die Wirtschaft und die öffentliche Hand auf, keine Arbeitsplätze auf Kosten der Jugendlichen abzubauen.
Auf dem ausgetrockneten Stellenmarkt einen Job zu finden ist schwierig. Noch schwieriger ist es für Lehrlinge, die vor dem Abschluss stehen. Der kaufmännische Verband warnte heute vor der zunehmenden Jugendarbeitslosigkeit. Viele Betriebe können ihre Lehrlinge nach deren Ausbildung nicht weiterbeschäftigen.
Bei den Lehrstellen rechnet der Bund für dieses Jahr nicht mit einem Engpass. Doch das dürfte sich 2010 ändern. Ein grosser Druck für die Jugendlichen.
In der Schweiz leben geschätzte 90 000 Sans Papiers – Menschen, die keine Aufenthaltsbewilligung haben. Unter ihnen sind auch Kinder, die in ständiger Angst leben, entdeckt und ausgeschafft zu werden. Sie können zwar die Schule absolvieren, eine Lehre finden sie aber nicht.
Jugendliche mit schlechter Schulkarriere finden auch heute noch kaum eine Lehrstelle. Auf unzählige Bewerbungen erhalten sie oft nicht einmal eine Antwort. Ein möglicher Ausweg stellt die Attestlehre dar – doch noch immer bieten Firmen diese kaum an.
15'000 Schulabgänger – darunter viele mit ausländischen Wurzeln – haben so grosse Mühe mit Lesen und Rechnen, dass eine Berufslehre für sie kaum in Frage kommt. Andere wissen nicht, wie sich benehmen, und schon gar nicht, wie sich bewerben. Ohne Beruf droht ihnen ein Leben am Rande der Gesellschaft: Ausschluss statt Integration.
Obwohl sich die Lehrstellen-Situation in der Schweiz gebessert hat, fanden auch in diesem Jahr mehrere Tausend Schulabgänger keine Lehrstelle. Die Arbeitslosenkassen der Kantone schicken die Zurückgebliebenen in Motivationslager, in denen harte Arbeit an der Tagesordnung steht.
Lehrstellen-Suchende mit ausländischen Namen haben schlechte Karten beim Rennen um gute Jobs. Deshalb will der Kaufmännische Verband Schweiz in einem Pilotprojekt die Lebensläufe der JobbewerberInnen anonymisieren. Nicht Herkunft oder Hautfarbe, sondern die Leistung soll ausschlaggebend sein.
In der Stadt Bern beziehen über 700 Jugendliche Sozialhilfe. Jetzt möchte das Stadtberner Sozialamt die Notbremse ziehen und sich mehr um die arbeitslosen Jugendlichen kümmern.
10'000 Schulabgänger haben diesen Sommer keine Lehrstelle gefunden. Morgen geben Wirtschaftsvertreter bekannt, wie sie mit so genannten Attest-Lehren mehr Ausbildungsplätze schaffen wollen. Ein Besuch bei zwei Attest-Lehrlingen.
Für Schulabgänger ist es schwieriger geworden, eine Lehrstelle zu finden. Schweizweit sind 5.4 Prozent der 15- bis 24-Jährigen arbeitslos. In Emmen sind es sogar 9.5 Prozent in dieser Altersklasse. Das ist der unerfreuliche Schweizer Rekord. Eine Reportage aus der Hauptstadt der Jugendarbeitslosigkeit.
Mit 6.5 Prozent ist die Arbeitslosenquote junger Menschen deutlich höher als die durchschnittliche Quote.
Was läuft falsch? Haben die Jungen oder die Arbeitgeber zu hohe Ansprüche? Arbeitslose Lehrabgänger: ein Thema mit sozialem Sprengstoff.
Heutzutage eine Lehrstelle zu finden, ist nicht einfach. Vor allem, wenn die Eltern nicht auf ein soziales Netz zurückgreifen können und die Noten der Schulabgänger nicht nur rosig sind. Im Kanton Baselland hilft ein Projekt den Stellensuchenden, indem sie ihnen eine Gotte oder einen Götti zur Seite stellen. Diese knüpfen Kontakte für die Schüler und ermöglichen so in vielen Fällen das Finden der begehrten Lehrstelle.
7 von 10 Jugendlichen in der Schweiz wollen eine Lehre machen. Nicht alle finden eine Stelle. Vor allem Grossbetriebe verlassen sich nicht auf Abschlusszeugnisse und testen die Jugendlichen mit eigenen Kriterien. Nach Lösungen aus der Lehrstellenmisere suchten heute die Bundesratsparteien.
Mit 6.8 Prozent stellen die 20- bis 24-Jährigen die grösste Gruppe der Arbeitslosen im Land. Gut anderthalb Jahre ist es her, da versprachen Wirtschaft und Politik im Kampf gegen die Lehrstelleninitiative den Jungen bessere Chancen. Wirtschaftsminister Joseph Deiss ist mit der neusten Entwicklung konfrontiert.
7'000 junge Menschen in der Schweiz erlebten dieses Jahr einen Fehlstart ins Berufsleben. Sie haben eine abgeschlossene Ausbildung und finden trotzdem keine Arbeit. Trotz Aufschwung stieg der Arbeitslosenanteil im August auf 3.7 Prozent. Unter den 20- bis 24-Jährigen sind es sogar 6 Prozent.



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